Manuelle Lymphdrainage

 

Definition:

Manuelle Massagetechnik nach Dr. Vodder mit systematischer Anordnung und rhythmischer Folge von Drehgriffen, Schöpfgriffen, Pumpgriffen sowie stehenden Kreisen und Spezialgriffen. Der Einsatz von Geräten (z. B. Lymphomat) ist kein Ersatz für die manuelle Lymphdrainage.

 

Therapeutische Wirkung:

  1. Abflussförderung der interstitiellen Flüssigkeit über Lymph- und Venengefäßsystem sowie Gewebsspalten.
  2. Steigerung der Lymphangiomotorik.
  3. Lockerung fibrosklerotischen Bindegewebes.
  4. Hebung des Parasympathicotonus.

Indikationen:

  1. Lymphödeme –
    primäre und sekundäre Lymphödeme.
  2. Lipödeme und Kombinationsformen.
  3. Phlebolymphostatisches Ödem bei chronischer Beinveneninsuffizienz.
  4. Ödeme.
  5. Schwellungen:
    posttraumatische und postoperative,
    Sympathische Reflexdystrophien (Morbus Sudeck),
    bei rheumatischen Erkrankungen einschließlich Kollagenosen,
    bei Halbseitenlähmung im Bereich der Hand.

Therapieziel:

Entstauung mit Schmerzreduktion.

 

Regelbehandlungszeit:

Richtwert: 30, 45 und 60 Minuten.

 

Weiterbildungsnachweis:

Die unter diesen Positionen beschriebenen Leistungen sind von Physiotherapeuten bzw.
Masseurinnen/Masseuren und med. Bademeistern abrechenbar, die eine erfolgreich abgeschlossene spezielle Weiterbildung in Manueller Lymphdrainage von mind. 170 Std. mit Abschlussprüfung in einer Weiterbildungseinrichtung, die die Anforderungen der Gemeinsamen Empfehlungen nach § 124 Abs. 4 SGB V erfüllt, nachweisen.

 

 

Kompressionsbandagierung einer Extremität

 

Definition:

Spezielle Kompressionsbandagierung im Anschluss an die manuelle Lymphdrainage und der ggf. notwendigen Bewegungstherapie zur Erhaltung und Sicherung der entödematisierenden Effekte der Behandlung.

 

Indikationen:

  1. Lymphödeme.
  2. Phlebolymphostatische Ödeme.
  3. Lipödeme.

Die Kompressionsbandagierung kommt insbesondere in Betracht:

  1. wenn noch keine Kompressionsbestrumpfung vorhanden ist.
  2. wenn noch eine Ödemreduktionsphase besteht.
  3. bei komplizierten Ödemen, wenn die Kompressionsbestrumpfung allein nicht ausreicht.

Leistung:

  1. Vorbereiten und Anlegen der Kompressionsbandage an der jeweiligen Extremität einschl. Hand bzw. Fuß (die Vergütung der Leistung gilt für jeweils eine Extremität; bei zwei oder mehr Extremitäten wird die Leistung entsprechend zusätzlich vergütet.)
  2. Beratung des Patienten.