„Massage das älteste
Heilmittel der Welt.“

 

Betrachten wir Massage allgemein aus historischer
Sicht, so können wir sagen, dass es sich um das
„älteste Heilmittel“ der Menschheit handelt.
Allein aus dem Grunde, dass sich der Reflex
im Menschen erhalten hat, automatisch an jene
Stelle mit den Händen zu fassen, an denen
Schmerz auftritt.


Wie lange schon Massage angewandt wird, ist nicht genau bekannt. Es gab die Massage schon im Altertum, bei den Römern in der Antike und zur Zeit der Bäderkultur
und wurde zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt.

 

Als älteste gesicherte Quelle für physiotherapeutische Behandlungsmethoden gilt die Ära des chinesischen Arztes Huang-ti (um 2600 v. Chr.). Sein medizinisches Kompendium war ein Standartwert über Tausende von Jahren für alle Phasen von Krankheit, eingeschlossen Prävention und Rehabilitation. Später (620 n. Chr.) wird die Massage mehrfach als Heilmethode in der chinesischen Literatur erwähnt und als Unterrichtsfach an den medizinischen Schulen gelehrt.


Auch in Europa und Deutschland wurden die unterschiedlichen wirkweisen der Massage wissenschaftlich untersucht. Die Anwendungen die heute als klassische oder schwedische Massage bekannt sind werden auf den Begründer des Zentralinstitutes für Heilgymnastik und Massage in Stockholm P.H. Ling (1776–1839) zurückgeführt.
Eine regelrechte Massageeuphorie wurde jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Arzt Metzger in Amsterdam ausgelöst. Seinen medizinischen Vorträgen und Abhandlungen ist es wohl auch zu verdanken das die Massage wieder zu medizinischer Bedeutung im Westen kam. Es folgten fast unzählige Abhandlungen bekannter Ärzte über die vielfältigen Wirkungen der Massage.
Erstmals wurde 1937 von Prof. Kohlrausch die Beeinflußung innerer Organe durch gezielte Massagebehandlungen beschrieben. Auslöser für seine Forschung über Muskelreflexzonen waren die Erfolge der Eigenversuche von der Physiotherapeutin Elisabeth Dicke (1884–1952). Sie entwickelten daraufhin die Bindegewebsmassage die eine reflektorische Heilwirkung auf erkrankte Organe hat.
Etwa zur selben Zeit wurde die Periostbehandlung von P.Vogler erarbeitet. Von 1932–1936 spezialisierte der Däne Emil Vodder einen Teilbereich der Massage zur "manuellen Lymphdrainage". Allerdings vergingen noch 40 Jahre bevor das erste Lehrbuch über dieses Verfahren erschien.


Die Massage baut also auf Erfahrung und Wissen auf, und ist bei fachgerechter Durchführung beste wissenschaftliche Medizin.
In der heutigen Zeit werden unzählige kulturabhängige Massagearten angeboten.
Die wichtigsten und effektivsten Massageformen werden in den meisten zugelassenen Physiotherapiepraxen angeboten. Hierzu zählen die Klassische Massage, Bindegewebsmassage, Unterwasserdruckstrahlmassage, Manuelle Lymphdrainage, aber auch Fußreflexzonenmassage, sowie Massagen die nach ihrer wirkweise benannt werden wie z. B. Sportmassage in Form von Vorwettkampfmassage oder Entmüdungsmassage, Antistress- oder Entspannungsmassage, Massage mit ätherischen Ölen (Aromamassage), Querfriktionsmassagen, Periostmassage, Saugglockenmassage, Triggerpointmassage, u. a.

 

In einer Zeit, in der wir immer mehr Verantwortung für unsere Gesundheit selbst übernehmen müssen, ist die Massage wertvoller denn Je.
Massage ist grundsätzlich auch ohne ärztliche Verordnung möglich, vorausgesetzt es handelt sich nicht um eine medizinisch notwendige Behandlung, sondern um eine Maßnahme zur Gesundheitsvorsorge.


Sofern Ihr Arzt / Ihre Ärztin eine Massage zwar für sinnvoll, aber nicht für zwingend medizinisch erforderlich hält, wird Ihnen als Kassenpatient diese aus Kostengründen in der Regel nur noch selten verordnet. Dennoch besteht prinzipiell die Möglichkeit einer sog. „Wunschverordnung“ auf Privatrezept, welches von einer Erstattung durch Ihre gesetzliche Krankenversicherung allerdings ausgeschlossen ist.


Die „Königin der physikalischen Therapie“, wie die Massage von dem Naturarzt Ulrich Abele bezeichnet wurde, ist (heute leider nicht mehr) die erste Wahl im Rahmen der Prävention.